Geschichte der Gedenkstätte

Zellentrakt im Obergeschoss, Ausstellung von 1995

Anfang der 1980er Jahre entstanden in den Bezirken Ost-Berlins und Städten der DDR „antifaschistische Traditionskabinette“. Schulklassen, Jugendweihegruppen, Lehrlings- und Betriebsgruppen, Teilnehmende des „Studentensommers“, aber auch Besuchergruppen aus der Bundesrepublik wurden durch die „Traditionskabinette“ geführt. Das Bildungsprogramm konzentrierte sich einseitig auf den antifaschistischen Widerstand aus den Reihen der KPD, als deren Nachfolgerin sich die SED sah.

Am 8. Mai 1980 wurde auf Initiative des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer (KdAW) – Kreiskomitee Köpenick – und gegen den Willen der SED-Kreisleitung im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis Köpenick ein „Traditionskabinett“ eröffnet. Zunächst gehörten zwei Räume im Keller des Gebäudes zum „Traditionskabinett“. 1987 zog es in den früheren Betsaal in der ersten Etage.

Nach der Wende führte der im Herbst 1990 gegründete Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener (IVVdN) das Erbe des KdAW fort. Teile der Ausstellung wurden entfernt, und 1993 eine neue Dauerausstellung eröffnet. Doch auch diese stand in der Kritik, das DDR-Geschichtsverständnis zu reproduzieren, und wurde 1994/95 grundlegend verändert. Die Gedenkstätte „Köpenicker Blutwoche Juni 1933“ im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis Köpenick wird seitdem vom Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin verwaltet.

Die Eröffnung der neu konzipierten Gedenkstätte findet aus Anlass des 80. Gedenkens an die „Köpenicker Blutwoche“ am 21. Juni 2013 in Berlin-Köpenick statt.

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