Juristische Aufarbeitung

Prozess gegen vormalige SA-Männer der „Köpenicker Blutwoche“ in Berlin (Ost) vom 5. Juni bis 19. Juli 1950. Auf der vorderen Anklagebank sitzen Otto Busdorf, Gustav Erpel und Erich Haller (v.l.n.r.). Der spätere SA-Scharführer Erpel war maßgeblich an den Folterungen von Georg Eppenstein im SA-Lokal Demuth beteiligt. Die 4. große Strafkammer des Landgerichts Berlin (Ost) verurteilte ihn als Hauptschuldigen zum Tode. Gustav Erpel wurde am 20. Februar 1951 in Frankfurt /Oder durch das Fallbeil hingerichtet. Archiv Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche

Zwischen 1947 und 1951 wurden acht Gerichtsverfahren gegen beteiligte Köpenicker SA-Männer angestrengt. Ein erstes Verfahren zum Tatkomplex „Köpenicker Blutwoche“ fand 1947 vor dem Landgericht Berlin-Moabit statt, ein zweites 1948. Fünf Haftstrafen wurden ausgesprochen. Zwei Jahre später erhob der Oberstaatsanwalt von Berlin (Ost) Max Berger in der Strafsache gegen „Plönzke u.a.“ Anklage gegen 61 frühere SA-Männer. Herbert Gehrke befand sich nicht unter ihnen, er war am 18. März 1945 in Dirmingen/Saar gefallen. Die 4. Große Strafkammer des Landgerichts Berlin (Ost) verhandelte vom 5. Juni bis 19. Juli 1950 gegen 32 anwesende und 24 abwesende Personen. Das Tribunal verurteilte 15 Angeklagte zum Tode, 13 zu lebenslanger Haft und die übrigen Beschuldigten zu Haftstrafen zwischen fünf und 25 Jahren. Zahlreiche Täter lebten in der Bundesrepublik und waren für die Justiz der DDR nicht greifbar. In der BRD wurde zu keinem Zeitpunkt gegen Köpenicker SA-Männer prozessiert.

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