30. Juni 2017: Vortrag "Die 'Köpenicker Blutwoche'"

Einen Höhepunkt des frühen SA-Terrors in Berlin stellte die "Köpenicker Blutwoche" im Juni 1933 dar. Hunderte SA-Männer verschleppten und folterten bis zu 500 politisch Missliebige und Juden, mindestens 24 Menschen starben. Anlass für die gezielten Verhaftungen gab das reichsweite Verbot des Deutschnationalen Kampfrings und der SPD. Ein SPD-Mitglied schoss in Notwehr drei SA-Männer nieder, worauf die Gewalt eskalierte. Joseph Goebbels, der als Berliner Gauleiter den Terror in der Reichshauptstadt maßgeblich mitgestaltet hatte, inszenierte die Parteisoldaten zu „Blutzeugen“ der NS-Bewegung. Der Vortrag verortet die Ereignisse im überregionalen Kontext der NS-Machteroberung 1933 und zeigt, wie flexibel die Aushandlungsprozesse und Kooperationen zwischen Staat und Partei waren. Zugleich wirkte die Juni-Aktion 1933 als Experimentierfeld für die Entstehung der Gewalt im Nationalsozialismus. Die NS-Führung war nahezu überrascht, wie weit sie mit Folter und Mord gehen konnte, ohne dass sich ihr Polizei, Justiz und Gesellschaft in den Weg stellten. Ganz im Gegenteil liegt die Bedeutung der „Köpenicker Blutwoche“ gerade im totalen Versagen der Zivilgesellschaft.

Vortrag von Stefan Hördler, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Kurator der 2013 eröffneten Dauerausstellung in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche.

30. Juni 2017 | 19 Uhr

VHS, 12437 Berlin, Baumschulenstraße 79-81, Vortragsraum 110

Eintritt: 3,00 EUR

Nähere Informationen finden sich auf berlin.de.

Eine Veranstaltung der Volkshochschule Treptow-Köpenick.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

 

Back to top ↑